Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein von 1928 e.V.

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Blindenfußball - Tournier in Marburg

Stuttgarter Kicker siegen souverän in Marburg - Hart umkämpft waren die Blindenfußballspiele beim Turnier Mitte Dezember in Marburg. Im Finale setzte sich der MTV Stuttgart klar gegen das Gastgeberteam von der SSG Blista Marburg durch.

Ungebremst breitet sich der neue Sport in Deutschland aus. An zehn Orten wird bereits trainiert. Weitere Teams sind im Aufbau. Die sieben Teams, die in Marburg auf Einladung der SSG und der Deutschen Blindenstudienanstalt an den Start gingen, zeigten nicht nur große Begeisterung beim Spiel, es wurde auch erbittert um jeden Ball gekämpft und viele Spieler verausgabten sich bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Im Spiel um Platz drei gab sich eine Spielgemeinschaft aus Essen und Berlin, die noch von Würzburger Spielern verstärkt wurde dem Team aus Dortmund Kirchderne geschlagen, gefolgt von Mainz, Chemnitz und Würzburg. Ich selbst spielte als einziger BBSV-Spieler zusammen mit dem Team aus Essen beim Turnier mit. Wir hatten uns schnell aufeinander eingespielt und vor allem der sehr gute Torwart Grischa Kraus überzeugte durch seine Sicherheit und gute Ansagen an die Defensivspieler. So waren wir bis ins Halbfinale auf dem Feld ungeschlagen. Dort mussten wir - nachdem wir gegen favorisierte Marburger und Mainzer unentschieden spielten und gegen Würzburg 1:0 gewonnen hatten - gegen Stuttgart nach einem 0:0 erst im 6-Meterschießen den Kürzeren ziehn und verloren das Spiel um Platz drei gegen Dortmund. Für diese beiden letzten Spiele mussten wir uns noch den Torwart und zwei Spieler aus Würzburg ausleihen, da Grischa Kraus mit einem Essener Spieler vorzeitig abreisen musste. Torsten Resa vom BBSV war beim Turnier ebenfalls aktiv. Er leitete als Schiedsrichterassistent zahlreiche Spiele mit. Obwohl es keinerlei gemeinsame Vorbereitung gab, klappte das Zusammenspiel erstaunlich gut. Das Zusammenspiel mit den Essenern und Würzburgern machte viel Spaß. Mit unseren Ergebnissen waren wir höchst zufrieden.

Das Turnier als erstes größeres Fußballereignis nach der Europameisterschaft im Herbst in Athen zeigte zwar, dass die deutschen Kicker noch einiges an Strategie und Ballbeherrschung aufholen müssen, um internationales Spielniveau zu erreichen, aber es wurde auch wieder klar, dass Deutschland auf einem guten Weg da hin ist. Nirgends in Europa spielen so viele blinde Menschen Fußball, und das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft. Spanien mit sieben, Frankreich mit vier und England mit drei Teams werden sich auf Konkurenz aus Deutschland einstellen müssen.

Am Rande des Marburger Turniers trafen die Teams unter Federführung des DBSV auch erste Absprachen für die erste Saison der Deutschen Blindenfußballliga, die schon im März starten soll und zusammen mit dem Deutschen Behindertensportverband und der Sepp-Herberger-Stiftung organisiert wird. Ein Seminar für Schiedsrichter brachte außerdem die ersten Regelfesten Unparteiischen für diesen Sport in Deutschland hervor, darunter auch Torsten Resa aus Berlin.

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