Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein von 1928 e.V.

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Berliner blinde Fußballer vom deutschen Meister ungeschlagen

10. August 2008: Das Blindenfußballteam des Berliner Blinden- und Sehbehindertensportvereins (BBSV) arbeitet seit Juli mit dem Lichterfelder Fußballclub LFC Berlin von 1892 zusammen. Nachdem die berliner blinden Fußballer zwei Jahre Gäste des Blindenhilfswerks Berlin sein konnten, gibt es im Berliner Süden nun den zweiten ständig eingerichteten Blindenfußballplatz in Deutschland. Berlin kann nun so zunehmend zu einem Zentrum des Blindenfußballs werden. Nachdem es Anfang Juni ein internationales Blindenfußballseminar im Stadion Lichterfelde gab, kamen am 19. Juli die Kiezkicker vom Traditionsclub St. Pauli aus Hamburg zu einem Freundschaftsspiel und am 10. August der deutsche meister SSG Blista Marburg. Der Kontakt mit dem Fußballclub mit der größten Jugendabteilung in Deutschland kam durch die erste Saison der Blindenfußballbundesliga zustande. Der LFC Berlin war durch die Medienberichterstattung zur Liga auf Blindenfußball aufmerksam geworden und bot den Berliner Blindenfußballern eine Zusammenarbeit an. Im Stadion Lichterfelde im Süden von Berlin konnten nun die Banden der Johann-August-Zeune-Schule für Blinde und Sehbehinderte aufgestellt und damit das zweite Spielfeld für Blindenfußball eingerichtet werden. Thorsten Wolff, Vorsitzender des BBSV: "Wir freuen uns sehr über die Spiele, die wir als Gastgeber austragen können. Wir waren sehr froh über die Unterstützung des Blindenhilfswerks Berlin in den ersten beiden Jahren und können nun zusammen mit dem Lichterfelder FC auf einem regelgerechten Platz auch weitere Teams willkommen heißen. Das meine ich als Einladung. Denn Spielpraxis ist das, was alle Teams am meisten brauchen und was uns auch am meisten Spaß macht."

Nachdem der BBSV an der ersten Saison der Deutschen Blindenfußballbundesliga in der ersten Jahreshälfte noch als Spielgemeinschaft mit Würzburg teilnahm, haben sich die blinden Fußballer für die nächste Saison vorgenommen, ein eigenes erfolgreiches Team auf die Beine zu stellen. Am 10. August folgten die berliner Fußballer und der deutsche Meister SSG Blista Marburg einer Einladung des Berliner Fußballverbandes zum 1. BFV Präventionstag und trugen zwei sehr engagierte aber doch freundschaftliche Spiele gegeneinander aus. Beide Spiele endeten unentschieden 0:0 und 1:1. Die Torschützen waren für Marburg Hasan Coperan und für Berlin Gerd Franzka, beide nationalspieler. Obwohl die Marburger feldüberlegen waren und mehr Tormöglichkeiten hatten, gelang ihnen im zweiten Spiel erst gegen Ende der zweiten Halbzeit der Ausgleich zum 1:1. Während die marburger Spieler mehrere Wochen nicht zusammen trainiert hatten, kamen für Berlin neben vier Bundesligaspielern auch drei Neulinge im Blindenfußball zum Einsatz. Am 19. Juli trafen die blinden Fußballer vom FC St. Pauli von 1910 in Berlin zu einem Freundschaftsspiel ein. In ungezwungener Atmosphäre aber doch mit großem Kampfgeist wurde um das rasselnde Leder gerungen. In der ersten Halbzeit erzielte Nationalspieler Gerd Franzka ein Tor für Berlin und in der zweiten glich Michael Löffler, ebenfalls von der Nationalmannschaft zum 1:1-Endstand aus. Die Begegnungen mit dem Ersten und Letzten der Bundesligatabelle zeigten, dass deutliche Überlegenheit nötig ist, um ein Spiel klar für sich entscheiden zu können. Und sie zeigten auch, dass alle Spieler noch einen weiten Weg vor sich haben bis zur hohen Kunst des Blindenfußballs, wie er international gespielt wird. Das Blindenfußballtraining in Berlin ist eine Zusammenarbeit von LFC Berlin, BBSV und der Johann-August-Zeune-Schule. Die meisten, die Blindenfußball einmal ausprobiert haben, wollen so schnell nicht wieder aufhören. "In unserem Team spielen sehbehinderte und blinde Frauen und Männer zwischen 12 und 53 Jahren", freut sich Thorsten Wolf, "und jeder hat viel Spaß an der Bewegung und dem Umgang mit dem Ball. Gern dürfen es auch noch mehr werden."

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