Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein von 1928 e.V.

Grafik: verfremdetes Verkehrsschild "gemeinsamer Fuß- und Radweg", wobei der Fußgänger einen weißen Stock bekommen hat und das Fahrrad zum und Tandem wurde.

Radtouren durch die Lausitz

 

Tandemreise im Juni 2004

Ausgangspunkt der Touren ist das an die alte Stadtmauer angebaute Jugendgästehaus in Cottbus.

Foto: Blick auf das Jugendgästehaus. Nebem dem Eingang stehen einige Tandems ans Haus gelehnt. Mehrere Teilnehmer haben sich schon zur Abfahrt versammelt. Sie haben ihre Regenjacken angezogen, denn der Himmel hat sich zugezogen.

Die erste Tour führt entlang des Braunkohletagebaus Cottbus-Nord. Am Aussichtspunkt Merzdorf werfen wir einen Blick in das Tagebauloch. Größer könnte der Kontrast nicht sein: Auf der Rückfahrt fahren wir durch den Landschaftspark des Fürsten Pückler und machen Halt am Schloss Branitz.

Foto: Vor dem Betrachter tut sich ein riesiges, klaffendes Loch auf - der Braunkohletagebau Cottbus-Nord. Diese Grube ist etwa 4 km lang, 500 Meter breit und 50 Meter tief. Wir blicken von der Schmalseite in die Grube. Links der Grube ist Wald zu sehen, der demnächst abgebaggert wird. Rechts der Grube gibt es nur noch Sandhaufen. Im Hintergrund sieht man die Förderbrücke F34, die die gesamte Grube überspannt. Die Förderbrücke baggert das hauptsächlich aus Sand bestehende Erdreich über den Kohleflözen bis zu einer Tiefe von 32 bis 45 Metern ab. Dazu wird am linken Rand der Grube das Erdreich mittels Eimerketten auf ein Förderband geschaufelt, das das Material über die Brücke zum rechten Rand der Grube befördert, wo es wieder aufgeschüttet wird. Links und rechts liegen Gleise in der Grube, auf denen sich die Förderbrücke so langsam bewegt, dass wir nicht sagen können, ob sie auf uns zu oder von uns weg fährt. Unter der Förderbrücke kommt das Braunkohleflöz zu Tage. Es hat eine Dicke von 8 bis 10 Metern und wird von Schaufelradbaggern abgetragen. Somit ist die rechts zurückbleibende Mondlandschaft 8 bis 10 Meter tiefer gelegen als die Waldlandschaft links. Auf einer Infotafel lesen wir, dass hier einmal der Cottbusser See entstehen soll. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Nach dem Abendessen in der Unterkunft muss der Flüssigkeitshaushalt in einer nahe gelegenen Kneipe weiter reguliert werden. Obwohl es für Ende Juni sehr kalt ist, hat sich ein Großteil der Gruppe für einen Tisch im Freien entschieden.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Am nächsten Tag fahren wir auf dem gut ausgebauten Spreeradweg in den Spreewald.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Auf dem Außengelände des Infozentrums Burg befindet sich die Natur-Erlebnis-Uhr. In dem kreisförmigen Garten, der in 12 Stationen unterteilt ist, ist das Erleben der Natur mit den Sinnen Riechen, Hören, Tasten und Schmecken möglich.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Blindenhund Linda achtet darauf, dass das "Rudel" zusammen bleibt.

Foto: Großaufnahme von Linda in Augenhöhe. Linda trägt ihre rote Schärpe mit dem blau-weißen Blindenhundlogo, am Halsband hängt das Glöckchen, damit Regina immer hört, wo ihre Linda gerade ist. Foto: Jetzt sitzt Linda in ihrem Fahrradanhänger. Wir blicken in Lindas Augenhöhe von hinten auf das Gespann. Am Tandem steht Regina, jetzt fehlt nur noch Pilot Harald und es kann losgehen oder besser -fahren. Foto: Blick des Piloten Andreas auf die vor ihm fahrenden Tandems. Wir fahren auf einem asphaltierten Radweg durch den Wald. Vom Tourenleitertandem mit Wolfram und Regina G. ist nur der Rücken von letzterer zu sehen. Auf gleicher Höhe rechts daneben rennt Linda, kurz dahinter fahren Harald und Regina V., die heute ihre Neuseeland-Trikots angezogen haben. Ganz rechts am Bildrand ist noch ein kleiner Teil des Fahrradanhängers der beiden zu sehen, in den Linda wieder einsteigt, wenn sie genug vom Rennen hat.

Die nächste Tour führt zum Muskauer Faltenbogen. Bei der Pause auf der höchsten Erhebung der Gegend gibt der Tourenleiter Erklärungen zur durchradelten Landschaft: Die hier recht dünnen Braunkohleflöze verlaufen schräg in der Erde. Dort, wo sie an die Oberfläche treten, brannten Sie bei Waldbränden bis tief in die Erde aus. So ist Landschaft von Gräben durchzogen, die sich zum Teil mit Wasser gefüllt haben. Der Radweg fährt sich daher wie eine Achterbahn - immer auf und ab.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Entlang des Radweges werden gerade Informationspunkte ausgebaut. Auch wenn die Infotafel noch leer ist, können wir an der frisch gegrabenen Senke sehen und fühlen, dass die Braunkohleflöze hier an die Oberfläche treten.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

In Richtung Spree wird das Gelände wieder flacher, die Radwege sind aber weiterhin bestens ausgebaut: Auf glattem Asphalt fahren wir weitab von Autostraßen und können so die Natur hören und riechen. Bei einer Ortsdurchfahrt bleibt ein Tandem mit Platten liegen. Die einzige Panne auf dieser Reise ist schnell behoben.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Am letzten Tag erkunden wir die Radrouten südwestlich von Cottbus

Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Wir sind an vielen Storchennestern vorbeigekommen. Das in Schorbus hat eine besondere Lage: Es thront auf dem Giebel des Kirchenschiffs. Bei einer kurzen Pause können wir beobachten, wie der Storch seinen Nachwuchs mit Futter versorgt.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Wenige Sekunden vor einem Wolkenbruch erreichen wir ein Lokal am Spremberger Stausee, in dem wir uns für die Rückfahrt stärken wollen. Der Regen hält länger an. So müssen wir doch noch die Regenkleidung hervorholen, denn unser Zug in Cottbus wartet nicht auf uns.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Nach einigen Kilometern Fahrt sind die Wolken plötzlich wie weggeblasen und es wird endlich richtig warm. Auf dem Weg zum Bahnhof müssen wir noch das Gepäck in unserem Quartier abholen.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit. Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Dank großer Mehrzweckabteile und Niederflureinstieg in jedem Doppelstockwagen ist die Heimfahrt im Regionalexpress unproblematisch. Die Gruppe teilt sich über den Zug auf, so dass in den Abteilen nur 3 bis 4 Tandems stehen müssen. So bleibt noch genug Platz für unterwegs zusteigende Fahrgäste mit Einzelrädern.

Foto: Beschreibung noch in Arbeit.

Fotos: Andreas Hertlein, Dieter Gentz und Wolfram Däumel. Text: Wolfram Däumel, Susanne Koch.


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