Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein von 1928 e.V.

Nachrichten 2010

Berliner Premiere

Zum kalendarischen Frühlingsanfang am 20. März veranstaltete der Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein seine erste Vereinsmeisterschaft im Showdown.
Veranstalter, Helfer und alle 14 Turnierteilnehmer waren mit Begeisterung bei der Sache, und das trug wesentlich zu der fröhlichen Stimmung und geselligen Atmosphäre bei.

Wir bedanken uns beim ABSV, in dessen Seminarräumen wir die zwei Platten aufstellen durften. Dadurch waren es ideale Turnierbedingungen.
Es wurde in zwei Gruppen zu je 7 Spielern gespielt. Für den reibungslosen Ablauf des Turniers war es sehr hilfreich, dass wir vier Schiedsrichter gewinnen konnten, so dass sich immer zwei von ihnen gegenseitig ablösten und die Wettkampfleitung ohne Verzug die Ergebnisse auswerten konnte. Die Vorrunde (nur ein Satz mit Zeitlimit) wurde planmäßig um 13.30 Uhr beendet, und wir konnten alle zusammen Mittag essen. Danach wurde in einem anderen Modus (zwei Gewinnsätze und ohne Zeitbegrenzung) gespielt.

Höhepunkt des Tages war das große Finale zwischen Reinhard Winkelgrund und Detlef Vulprecht, bei dem drei Sätze gespielt wurden. Zwei davon hat unser Cottbuser Gast gewonnen und ist damit der Sieger dieses Berliner Frühlingsturniers.

Das kleine Finale um Platz 3 bestritten Andrea Vulprecht und Peter Eisenach in zwei Sätzen, die von Andrea gewonnen wurden.

Für Reinhard, Peter, Detlef und Andrea war das Turnier vom vergangenen Samstag eine Generalprobe für den Wettkampf in Holland am 27. März. Für Jürgen und Thorsten war es ein wichtiger Test für das Turnier in Mailand vom 08. - 11. April. Und für den BBSV war es ein starker Start für kommende Showdown-Turniere.

Denn eins ist doch wohl klar: Das wird eine Erfolgsserie!
Die neue Platte, die im Auftrag des DBSV für die Showdown Deutschland Tour gebaut wurde, hat den Test bestanden. Sie sieht schick aus, fühlt sich gut an und macht was her; und man kann sehr gut darauf spielen!

Wünschen wir also Torsten Resa eine gute Reise und viel Erfolg für Showdown mit der neuen Platte, abwechslungsreiche Spiele in Mailand sowie unseren vier Freunden gute Spiele in Holland, bei denen der Ball hoffentlich schön flach bleibt.

Andrea Vulprecht

25 Jahre Showdown in Dongen

Einer kommt durch!

Das war unsere Zielsetzung, als wir uns am 26. März 2010 auf den Weg nach Dongen in den Niederlanden machten. Reinhard aus Cottbus sowie Peter, Detlef und Andrea als Vertreter des BBSV nahmen am Jubiläumsturnier "25 Jahre Showdown in Dongen" teil. Vor einem Vierteljahrhundert wurde in dem kleinen Ort der allererste Showdown-Verein gegründet. Bevor dieser integrative Blinden- und Sehbehindertensport sich international etablierte, wurde er auf niederländisch "Tafelball" genannt, was den Sport ähnlich deutlich beschreibt wie unsere vorläufige deutsche Bezeichnung "Tischball". Dem SVD (Showdown-Verein Dongen) ist es also mit zu verdanken, dass inzwischen die Blinden und Sehbehinderten aus halb Europa und jetzt endlich auch in Deutschland die Begeisterung für das auch so genannte Tischtennis für Blinde teilen.

Wir vier Showdown-Enthusiasten aus Deutschland überreichten vor Beginn des Turniers unsere "Geburtstagsgeschenke" und gingen - wie alle 80 Teilnehmer - mit einigen Erwartungen in die Vorrunde.
Und so sah die Bilanz nach der Vorrunde für uns aus:
Reinhard aus Cottbus - der erfolgreichste deutsche Showdown-Spieler - kam in den A-Pool, da er alle drei Spiele seiner Gruppe gewonnen hat. Wir Berliner hatten große Mühe, uns gegen die sehr starken Spieler in unseren Gruppen zu behaupten. Detlef und Andrea erreichten den C-Pool und Peter den D-Pool. Innerhalb dieser Pools mussten wir nun wieder drei Gruppenspiele absolvieren. Peter kämpfte tapfer und erreichte fast das D-Finale, Reinhard schied leider aus dem A-Pool aus, in dem die erfolgreichsten Teilnehmer der Vorrunde versammelt waren. Andrea konnte noch einen Sieg verbuchen, bevor sie aus dem C-Pool auschied. Am erfolgreichsten war Detlef, der letztlich im C-Finale gegen Bart Rozeboom, der niederländischen Nr. 12, stand. Und das war zum Turnierende auch für Andrea ein sehr aufregendes Spiel, weil sie Detlef als Coach beim Finale beistand. Als Detlef dann zwei von drei Sätzen deutlich gewonnen hatte, beglückwünschte ihn Bart und meinte, dass es ein sehr gutes und spannendes Spiel gewesen sei.

Bei der Siegerehrung war die Freude groß und laut bei uns deutschen Turnierteilnehmern, aber auch unsere Freunde waren begeistert, dass einer von uns mit einem Pokal nach Hause fahren konnte.

Am Rande des Turniers hörten wir, dass auch ein Gastspieler aus Belgien dabei war und nun auch in diesem Land Showdown bald etabliert werden soll. Über diese gute Nachricht können wir uns freuen, denn das große Ziel der Showdown-Bewegung sind die Paralympics. Dazu wird bestimmt auch das Internationale Showdown-Turnier in Mailand beitragen, das im April 2010 stattfindet. Daran nehmen vom BBSV Thorsten Wolf und Jürgen Beer teil; und auch Reinhard Winkelgrund aus Cottbus wird wieder dabei sein.

Wir wünschen Euch spannende Spiele, starke Nerven und einen regen Erfahrungsaustausch mit anderen Showdown-Spielern.

Viel Erfolg bzw. buona fortuna!

Andrea Vulprecht

Bronze für Blindenfußballer des LFC/BBSV

Am 05. und 06. Juni fand der letzte Spieltag der Deutschen Blindenfußball-Bundesliega statt, den die Blindenfußballerinnen und -fußballer vom BBSV-LFC Berlin mit zwei Siegen gegen Braunschweig-Saarbrücken und Marburg äußerst erfolgreich beendeten. In der Schlußtabelle der Saison 2010 errangen die Berliner Kicker damit den sensationellen dritten Platz.

In einem fairen Spiel gegen die Spielgemeinschaft aus Braunschweig und Saarbrücken gelang gelang den Berlinern glücklich erst fünf Minuten vor Schluss der Siegtreffer zum 1:0 durch Gerd Franzka; und in einer heiß umkämpften Partie gegen Marburg traf Kofi Osay zwei ins gegnerische Tor.

In der abgelaufenen Saison mussten sich die Berliner nur dem unangefochtenen Meister Stuttgart und dem Zweiten Dortmund geschlagen geben. Die folgenden Plätze belegten Marburg, Würzburg, Braunschweig-Saarbrücken, Chemnitz und St. Pauli.

Mit dem errungenen dritten Platz haben die Berliner Kicker zur deutschen Spitze im Blindenfußball aufgeschlossen. Die Position gilt es in der nächsten Saison zu festigen.

Marathon - Regina Volbrecht läuft erneut Weltrekord

Mit einer Zeit von 3.15,49 Stunden konnte Regina Vollbrecht beim Frankfurt-Marathon am 31.10.2010 ihren eigenen Weltrekord erneut verbessern. Der BBSV-Vorstand gratuliert Regina herzlich zu dieser tollen Leistung.

Hier ein Interview, dass der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) mit der Sportlerin geführt hat:


Ein fast unbemerkter Weltrekord

Herzlichen Glückwunsch an Regina Vollbrecht, die vor Kurzem den Weltrekord der blinden Marathonläuferinnen verbessert hat. Wir haben uns einmal erlaubt, neugierig nachzufragen:

ABSV: Bei welcher Veranstaltung sind Sie Weltrekord gelaufen?
Vollbrecht: Beim Frankfurt Marathon am 31. Oktober. Dabei habe ich mit einer Zeit von 3.15,49 Stunden meinen eigenen Weltrekord von 2007 verbessern können.

ABSV: Wie wird denn der Weltrekord gemessen?
Vollbrecht: Jeder Läufer trägt im Schnürsenkel einen Chip. Die Zeit wird gemessen, wenn man die Start- und Ziellinie übertritt. Dann muss man nach dem Rennen eine Dopingprobe abgeben, und wenn der Athlet "sauber" ist, wird die Zeit anerkannt.

ABSV: Warum haben Sie sich den Frankfurt Marathon für Ihre Teilnahme ausgesucht?
Vollbrecht: Der Termin des Frankfurt Marathons hat einfach sehr gut in meine Saisonplanung gepasst. In Frankfurt habe ich zudem optimale Startbedingungen. Es sind dort nicht so viele Läufer am Start. Somit ist das Laufen für mich viel angenehmer und stressfreier. Ganz überrascht war ich über das mediale Interesse. So war es für mich neu, während des ganzen Rennens von einem Reporter auf einem Fahrrad begleitet zu werden.

ABSV: Wie viele blinde Läuferinnen weltweit könnten Ihnen den Weltrekord streitig machen?
Vollbrecht: Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten. Der Marathon für blinde und sehbehinderte Frauen ist leider nicht international, d. h. es gibt keine Europa- und Weltmeisterschaften oder Paralympics mit so einer Strecke. Die längste Strecke auf internationalen Meisterschaften für blinde Läuferinnen umfasst 1500 m.

ABSV: Könnte eine blinde Läuferin den Weltrekord der Sehenden brechen?
Vollbrecht: Das kann ich mir nicht vorstellen. Eine sehende Läuferin kann sich das Training selbst organisieren und hat somit leichtere Trainingsbedingungen. Beim Training der blinden Läuferinnen spielen ja nicht nur eigene Befindlichkeiten eine Rolle, sondern auch die der Begleitläufer.

ABSV: Wie funktioniert das Training?
Vollbrecht: Ich habe verschiedene Begleitläufer. Die Anzahl wechselt immer etwas, da sich ja die private und berufliche Situation der Guides auch häufig verändert. Daraus ergibt sich auch das Problem, dass man kaum langfristig planen kann.

ABSV: Welche Anforderungen gibt es an die Begleitläuferin bzw. den Begleitläufer?
Vollbrecht: Ein gewisses Laufniveau sollte der Guide schon mitbringen, wobei auch langsamere Läufer für ruhigere Läufe willkommen sind. Ich habe einen Begleitläufer, mit dem trainiere ich seit ca. vier Jahren einmal in der Woche. Wir haben einen festen Termin. Die anderen Termine werden von Woche zu Woche geplant. Und wenn gar nichts geht, dann habe ich zu Hause ein Laufband. Ein guter Begleitläufer zeichnet sich durch Ruhe und Konzentration aus. Im Wettkampf muss er vorausschauend agieren können, damit nichts passiert. Einige meiner Guides sind auch gute Freunde von mir geworden. Man teilt eben Freude und Leid bei einem Wettkampf!

ABSV: Vielen Dank und alles Gute für Ihre sportliche Zukunft.

Das Interview führte Paloma Rändel im Auftrag der ABSV-Vereinsnachrichten.

Tischball/Showdown - Spree-Cup in Berlin

Am ersten Novemberwochenende 2010 fand in Berlin der erste Showdown-Spree-Cup statt, der sportlich und auch darüber hinaus äußerst rfolgreich verlief.
Eli Osewald - Teilnehmerin des Turniers - lieferte uns folgenden Bericht:

Bianka und ich waren am 06.11.2010 beim ersten Tischball-Spree-Cup in Berlin.

Unsere Unterkunft hatte ich bei einem sehr guten Freund organisiert, was zu langen, sehr schönen und netten Plaudereien, aber auch zu Infos über andere Spieler und Spielerinnen führte. Auch erhielten wir Tips zu unserer Spielweise bei einem abendlichen Training. Das war sehr nett und aufschlussreich, mit viel Spaß und guter Laune verbunden. Thorsten: Herzlichen Dank dafür!

Am Turnier nahmen 24 SpielerInnen, aus Deutschland Tschechien und den Niederlanden teil. Wir waren in 6 Gruppen aufgeteilt, in denen jeder gegen jeden spielte. Hierbei wurde immer ein Satz maximal über 8 Minuten oder über Punktesieg gespielt.

Unglücklich war für uns hierbei, dass Bianka und ich aus Frankfurt in der gleichen Gruppe waren. Bei der Auslosung sollte künftig meiner Meinung nach mehr darauf geachtet werden, dass Spieler aus einem Verein nicht in dieselbe Gruppe rutschen.

Thorsten versuchte uns, während unserer Spiele zu Coachen, was nicht bei jedem Spiel möglich war, da er selbst auch am Tournier teilnahm. Ein Coach kann während einem einmaligem "Timeout" pro Spiel eine Minute lang mit dem Spieler sprechen. Dies kann sehr beruhigend und hilfreich sein.

Bianka und ich gewannen jede ein Spiel und verloren auch jeweils gegen die spätere Turniersiegerin. Im letzten Gruppenspiel traten wir gegeneinander an. Kurz vor dem Ende stand es 8 zu 8, Bianka erziehlte ein Tor, und dann war die Zeit abgelaufen, somit war sie Gruppenzweite. Unsere Gruppenerste, gegen die wir zwar beide verloren hatten, aber auch jede ein Tor erzielten, wurde vor Ingrid Welling aus Holland Turniersiegerin.

Die SpielerInnen im Bereich von Platz 9 bis 24 wurden wieder in 4er Gruppen aufgeteilt, in denen jeder gegen jeden Spielte. Da es keine Spielpläne zur Ansicht für die SpielerInnen gab, verlor man nun ein wenig den Überblick. Man wußte nicht, wann man wieder spielen sollte, somit konnte man schlecht bei anderen Spielen dabei sein, denn es war möglich, dass man selbst an die Platte musste. Allerdings suchten die Schiedsrichter sich zu jedem Spiel ihre zwei Spieler und begleiteten diese zu einer freien Platte.

In einem Aufenthaltsraum konnte man Erfrischungen zu sich nehmen. Auch gab es ein wirklich leckeres Mittagessen. Somit war für das Wohl aller gesorgt.

Am frühen Abend gab es die Siegerehrung. Jeder Teilnehmer erhielt eine Urkunde und eine Schokoladenmedaille. Die Plätze 1 bis 3, sowie Platz 9 (Gewinner der hinteren Gruppe) erhielten einen Pokal.

Bianka erreichte Platz 15, ich selbst Platz 20.

Am Abend saßen wir gemütlich in einem nahegelegenen Restaurant und hatten nette Gespräche und viel Spaß miteinander. Insgesamt gesehen war das Tournier wirklich toll organisiert, die Leute nett und Hilfsbereit. Man muss es auch erst einmal hinkriegen, solch ein Tournier auf die Beine zu stellen. Vielen Dank an die Organisation und Durchführung in Berlin!

Auf ein baldiges Wiedersehen mit vielen SpielerInnen freue ich mich schon heute.

Eli Osewald

Berliner Staffel-Marathon

Am Sonntag, den 21.11.2010 fand auf dem Tempelhofer Flughafengelände wieder einmal die jährliche Marathonstaffel statt. Mit dabei war auch eine Staffel vom BBSV, die Blindschleichen.

Regina Vollbrecht berichtet: "Wir belegten mit einer Laufzeit von 3:34:59 Stunden, den 528. Gesamtplatz und in der Altersklasse MH Platz 450."


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