Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein von 1928 e.V.

Nachrichten

Unter den Dächern von Nizza – 4. Platz beim Turnier vom 16.04.2016

Am Hotel angekommen, wurden wir herzlich empfangen. Dann sollte uns ein erster Spaziergang durch die Innenstadt und an der Promenade entlang verzaubern. Den warmen Temperaturen und der Atmosphäre in der Stadt waren wir schnell erlegen.

 

Am nächsten Tag sollte es dann zum „Complexe Sportif Malatesta“ gehen, wo das Turnier stattfand. Dort gelangten alle Sportler, die im Hotel „Busby“ untergebracht waren, mit der Straßenbahn hin. Die Sporthalle, in der auf einem Spielfeld gespielt wurde, war mit Blumen geschmückt und auf einer großen Tribüne sollten im Laufe des Tages immer mehr Fans und Besucher eintreffen. Für die umfangreiche Verpflegung wurde im Freien gesorgt, wo in der wärmenden Sonne die durchgeschwitzten Shirts schnell wieder trocknen sollten. Nun sollte es losgehen!

Wir waren nur mit 3 Spielern vor Ort und hatten in dieser Konstellation auch noch nicht zusammengespielt, fanden aber erstaunlich schnell auf dem Spielfeld zusammen. Gespielt wurde im Modus Jeder gegen Jeden. Die Spielzeit betrug 10 Minuten ohne Seitenwechsel und Halbzeitpause.

 

Unser erstes Spiel ging gegen das Schweizer Team aus Glarus, welches wir für uns überraschend klar mit 7:0 gewinnen konnten. Was für ein Start!  Aber Glarus sollte sich in diesem Turnier noch enorm steigern. Sie erreichten den Dritten Platz und hatten halt nur einen Fehlstart, was in diesem Falle unser Glück war.

Die zweite Partie führte uns gegen Nizza II. Sofort merkten wir wie frenetisch der Gastgeber angefeuert wurde. Schon vor dem Anpfiff war der Lärmpegel enorm. Aber mit unseren „Drei, Zwei, Heinz“ konnten wir auch auf uns aufmerksam machen und die sogenannte 2. Mannschaft von Nizza war stark. Wir konnten zwar schnell in Führung gehen, uns aber nie absetzen, so war es spannend bis zum Ende des Spiels, welches wir 3:1 für uns entscheiden konnten.

 

Nun hatten wir wieder eine Pause, die in der Regel 4 Spiele war. Da hieß es auch die Konzentration zu halten.

Nun ging es weiter gegen Nizza I., die bisher souverän spielten. Es war ein packendes und spannendes Spiel in dem die Hausherren immer ein Schritt voraus waren und der Geräuschpegel zwischen den Spielzügen wurde immer höher. Da hieß es nicht die Nerven zu verlieren. In den vorigen Spielen hatten wir gar nicht gemerkt, dass Leinen zwischen den Mannschaften gespannt waren. Doch jetzt waren unsere Würfe nicht ganz so präzise und es war leider zu oft ein Klingeln zu vernehmen. Dadurch standen wir natürlich immer wieder unter Druck. Nizza gewann dieses Spiel mit 4:2. Da war für uns vielleicht sogar etwas mehr möglich.

Nun hieß es die erste Niederlage zu verdauen. Das französische Team aus Clermont-Ferrand wartete auf uns. Im Spiel sollte uns eine schnelle zwei Tore Führung gelingen, was uns auch Sicherheit und Ruhe ins Spiel brachte. Aber kaum hatten wir uns einen gefühlten sicheren Vorsprung erarbeitet, war das Team aus Mittelfrankreich wieder in Reichweite. Mit dem 6:3 am Ende waren wir sehr zufrieden.

 

Nun war wieder eine längere Pause für uns, aber nicht für alle. Für Martina, die uns in diesem Turnier coachte, war Spielbeobachtung angesagt. Und das machte sie fantastisch. Vor jedem unserer Spiele informierte sie uns über die Spielweise und Aufstellung der gegnerischen Mannschaft, soweit es möglich war. Aber selbst die beste Vorbereitung nutzte uns im nächsten Spiel gegen Toulouse nichts. Sie waren bärenstark! Ihre Außenspieler waren ständig in Bewegung und wechselten ihre Positionen und die Würfe bedienten bestens die Schnittstellen. Schnell gerieten wir in Rückstand und konnten uns dann auch nicht wieder in Schlagweite bringen. Toulouse gewann mit 6:2.

Das war der erste richtige Dämpfer für uns. Aber wir haben uns schnell wieder Mut zugesprochen. Wir wollten uns für dieses Turnier keinen großen Druck aufbauen. Spaß und Freude sollten im Mittelpunkt stehen. So wollten wir auch weiter agieren.

 

Mit Bergamo stand nun die erste italienische Mannschaft vor uns. Für sie lief es bei diesem Turnier noch nicht so richtig. Aber Obacht, ein Selbstläufer wird das sicher nicht, was sich auch bestätigte. In einem durch die Defensive geprägten Spiel setzten wir uns mit 4:1 durch. Nun ging es langsam in die Schlussphase des Turniers und bis dahin hatten wir uns ganz gut verkauft.

Mit Hasselt aus Belgien, die wie wir, auch als einziger Vertreter ihres Landes vor Ort waren, spielten wir jetzt gegen ein Team, bei dem schon mancher von uns nicht so positive Erinnerungen hatte. Unser Ziel für dieses Spiel Defensive, Defensive... Das sollte uns halbwegs gelingen. Gegen die starken Würfe war es aber nicht immer möglich.

Für die Belgier war aber auch immer wieder ein Leinentreffer dabei. Die Chancen, die sich daraus für uns ergaben, konnten wir sehr gut nutzen und somit das Match mit 5:3 für uns entscheiden.

 

Ein Spiel stand noch vor uns und der Zwischenstand hielt Spannung bereit. Wenn wir unser letztes Spiel gegen Teramo gewännen, wären wir Turnierzweiter, egal was in den anderen Spielen passiert. Wenn Nizza 1, die bisher keinen Punkt abgegeben haben, gegen Glarus gewinnt, wären wir, auch wenn wir unser letztes Spiel verlieren würden, Dritter. Aber das Team aus Glarus, welches wie schon erwähnt, immer stärker wurde, gewann gegen Nizza 1. Nun standen wir vor dem letzten Spiel des Turniers überhaupt, welches für beide Mannschaften zum Endspiel wurde. Wer gewinnt war Zweiter, wer verliert Vierter.

Das Spiel fing nach einer schnellen 1:0 Führung gut für uns an. Aber Teramo glich schnell aus und ging auch in Führung. Nun war es ein Spiel auf des Messers Schneide. Nun das 3:1 für Teramo und der 3:2 Anschlusstreffer. Aber die Zeit rannte uns weg. Da war schon der Abpfiff! Die Italiener lagen sich in den Armen.

Im ersten Moment waren wir sicher enttäuscht, da wir so nah am Podest waren.

Aber eigentlich konnten wir auch ganz zufrieden mit unserem Abschneiden bei diesem Turnier sein. So sind wir mit guter Laune in die nächsten Tage, die wir noch vor Ort verbrachten, gegangen.

 

Zum Veranstalter kann man nur sagen; „Besser geht’s nicht“! Nach dem Turnier wurden vor der Sporthalle in der Abenddämmerung noch „Häppchen“ und Getränke gereicht. Die Siegerehrung fand auch dort statt. Pokale und T-Shirts für alle Teams, Live-Musik und Gesänge der siegreichen Teams ließen die Stimmung wieder steigen. Dann ging es noch zu einem ausgiebigen Abendessen in die Innenstadt.

Man kann sich bei den Veranstaltern für diesen tollen Tag nur bedanken!

 

Für uns Berliner kam nach der Pflicht noch die Kür. Wir hatten uns vorgenommen noch 4 Tage in dieser schönen Gegend zu bleiben.

So sind wir nach täglichem Frühstück in den Gassen von Nizza auf Erkundungstour gegangen. Martina schleuste uns mit Sprachkenntnissen und Reiseführer zu allen interessanten Orten in der Umgebung und Elisabeth half uns so manche Barriere zu überwinden. So verbrachten wir ein paar wunderschöne Tage, die uns zu vielen Sehenswürdigkeiten in und um Nizza führten. Ein Ausflug nach Monaco und eine Schifffahrt in die Nachbarbuchten mit seinen vielen Villen sollten auch begeistern.

So konnten wir uns mit guter Laune, Sonnenbrand und auch vielen kulinarischen Genüssen von Nizza verabschieden. Vielen Dank noch mal an die Veranstalter, die uns auch noch ein Taxi zum Flughafen zur Verfügung stellten.

 

Für Berlin spielten Steffen Lehmann, Christian Mair und Lutz Egeling. Weiter im Team Martina Gerstenberger (Coach und Reiseführer) und Elisabeth Lehmann

 

Endtabelle:

 

  1. Nizza 1
  2. Teramo
  3. Glarus
  4. Berlin
  5. Toulouse
  6. Nizza 2
  7. Hasselt
  8. Clermont-Ferrand
    1. Bergamo

Zurück zur Übersicht