Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein von 1928 e.V.

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Torball unter der Sonne Italiens – 4. Platz in Trento am 21.05.2016

Vom Bahnhof wurden wir von den Veranstaltern abgeholt und konnten uns am Abend noch ein wenig die Beine vertreten. Dann ging es am nächsten Morgen zum Spielort, der sich ein wenig abgelegen von der Unterkunft befand. Das Grazer Team, welches mit dem Fahrzeug dort war, nahm uns dorthin mit und war auch bei den anderen Fahrten ein guter Reisebegleiter.

Nun sollte es losgehen. Bei schönstem Wetter, was wir zwischen den Spielen genießen konnten, sollten acht Teams aufeinander treffen. Jeder spielte gegen jeden und die besten vier Mannschaften der Vorrunde spielten über Halbfinale und Finale die Plätze eins bis vier aus. Das Turnier wurde übrigens zum Gedenken des vor kurzen verstorbenen Präsidenten des Vereins ausgetragen.

 

Unser erster Gegner war die Mannschaft aus Bergamo, auf die wir auch schon in Nizza getroffen sind. Hier glückte uns ein guter Start. Die Abwehrleistung, die fast beim ganzen Turnier in Ordnung ging, war der Schlüssel zum Erfolg. Nach einer schnellen Führung ging das Spiel 3 zu 1 für uns aus.

Danach trafen wir auf die Mannschaft aus Waasland. Das belgische Team sollte uns an diesem Tag noch einige Kopfschmerzen bereiten. Doch beim ersten Aufeinandertreffen entwickelte sich ein tolles und spannendes Spiel. Beide Teams bauten auf ihre Abwehrreihen und erst zum Ende der Partie konnten wir uns mit 2 zu 1 durchsetzen. Aber, aber….

Jetzt mussten wir uns von unserem Vierten Mann aus schon genannten Gründen verabschieden. Begleitpersonen oder einen Trainer hatten wir nicht dabei. Da standen nun in der nächsten Partie die Torballer von Latina vor uns. Sie kommen aus der Nähe von Rom. Erst fand einer unserer Spieler fast nicht pünktlich zum Spiel und begann sofort mit einem Leinentreffer. Aber die Mannschaftskollegen wetzten diesen Fehler aus. Und nun lief das Spiel für uns. Drei schnelle Tore und wir konnten uns gegen das italienische Team, was noch für so manche Überraschung sorgen sollte, relativ deutlich mit 5 zu 1 durchsetzen.

 

Nun konnte man schon mal übers Halbfinale nachdenken. Doch die Südtiroler holten uns in einem packenden Spiel wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In einer wahren Abwehrschlacht fiel die Entscheidung erst kurz vor dem Ende. Die Bozner, die uns das Leben vor kurzem in Stuttgart schon schwer machten, hatten die Nase mit 2 zu 0 vorne. Bis kurz vor Schluss sah es nach einem torlosen Remis aus. Schade.

Jetzt ging es gegen die Hausherren der ersten Mannschaft aus Trento. Aber alle hatten schon mitbekommen, dass sie ihre besten Spieler, den amtierenden Meister, in der zweiten aufgestellten Mannschaft versteckten. Trotzdem war es keineswegs einfach gegen die vermeintlich erste Mannschaft zu bestehen. Wir gingen zwar schnell in Führung, konnten aber den Vorsprung nie beruhigend vergrößern. So endete das Spiel 2 zu 0 zu unseren Gunsten. Nun hatten wir schon acht Punkte, was sich richtig gut anfühlte. Aber um sicher im Halbfinale zu sein musste sicher noch ein Punkt her.

Vielleicht ist das gegen das Team aus Graz möglich. Und das sollte auch so sein, bis die Grazer 30 Sekunden vor Spielende eine Lücke in unserem „Bollwerk“ gefunden haben. Da die Österreicher uns keine Chance zum Torerfolg gaben, endete das Spiel 0 zu 1. Das war bitter! Aber als Ausgleich verbrachten wir mit den Grazern noch einen schönen Abend.

 

Nun ging es gegen den Meister aus Italien, die mit ihren harten und platzierten Würfen schon für Aufsehen gesorgt hatten. Da gab es Schwerstarbeit für unsere Defensive! Und Ruck Zuck schlug es schon bei uns ein. Doch das Team aus Trento spielte auch mit viel Risiko und immer wieder berührte ein Wurf die Leine. Die sich daraus ergebenden Chancen nutzten wir resolut. So war das Spiel bis zum Ende offen. Letzten Endes mussten wir uns jedoch gegen die wurfgewaltigen Herren mit 4 zu 5 geschlagen geben.

Nach zweifelndem Warten, ohne Überblick aller Ergebnisse, konnten wir das Halbfinale erreichen!

Da wartete noch einmal Waasland auf uns. Sie hatten sich gedacht, dass sie mit unserer Mannschaft noch eine Rechnung offen hatten. Das Spiel begann gut für uns. Wir gingen mit eins zu null in Führung. Zwar fiel der Ausgleich schnell, aber nach gefühlt der Hälfte der Spielzeit (es wurden übrigens 10 Minuten ohne Seitenwechsel und Pause gespielt) war alles im „grünen Bereich“. Doch dann war fast jeder Wurf der Waasländer ein Treffer und wir fanden nicht des Rätsels Lösung. Da fehlte sicher auch die Information eines Trainers von außen!? So gewann das Team aus Belgien souverän mit 7 zu 1 und holte sich gegen Bozen, die gegen Trento im zweiten Halbfinale siegten, auch den Turniersieg.

 

Für uns ging es schließlich noch um Platz drei. Und da waren dann wieder die wurfgewaltigen Hausherren. Wo wir in der Vorrunde die vielen Leinentreffer nutzten um im Geschäft zu bleiben, hatten wir jetzt nach einem deutlichen Rückstand die Lücke auf der Gegenseite gefunden und kämpften uns wieder zurück. Mit ein wenig Glück und dem Heimvorteil ging das Spiel wieder 5 zu 4 für Trento aus.

 

Nach den Spielen fand die Siegerehrung in der Sportstätte statt. Die Grazer nahmen uns dann wieder, von der in den Bergen gelegenen Sportstätte, mit ins Tal. Dort gab es ein tolles Abendessen mit mehreren Gängen. Vielen Dank an die Veranstalter!

 

Endstand:

 

  1. Waasland
  2. Bozen
  3. Trento II
  4. Berlin
  5. Graz
  6. Bergamo
  7. Latina
    1. Trento I

       

      Für Berlin spielten Christian Mair, Steffen Lehmann, Steffen Bülth und Lutz Egeling.

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