Berliner Blinden- und Sehbehindertensportverein von 1928 e.V.

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Internationales Torballturnier in Berlin mit starken Mannschaften aus Halbeuropa - Deutsche Nationalmannschaft holt Siegerpokal und Berliner erspielen guten vierten Platz

Der Spielplan sagte, dass wir unser erstes Spiel gegen Bozen zu bestreiten hätten. Bozen, da war doch etwas in der vergangenen Saison. Auch in Stuttgart war unser erster Gegner das Südtiroler Team, mit schlechtem Ausgang für uns. Zu Hause wollten wir es nun besser machen.

Wir kamen gut ins Spiel, die Abwehr lag gut und das Spiel nahm an Fahrt auf. Leider ging Bozen mit einem schnellem Konter in Führung, wir steckten den Kopf aber nicht in den Sand, sondern kämpften uns zurück. Mit einem platzierten Wurf auf die Schnittstelle glichen wir schließlich aus. Aber nun packte Bozen ihre Hoppel-Würfe aus und einer schaffte es über unsere Abwehr. Unser Willen wurde wieder belohnt und durch einen gezielten Wurf mit links konnten wir die Bozner Verteidigung überlisten und neuerdings ausgleichen. Nun wäre es eigentlich Zeit für den Schlusspfiff gewesen, aber Bozen schaffte es wenige Sekunden vor Ende, neuerdings mit einem Konter, den Siegtreffer zu erzielen. Eine sehr unglückliche Niederlage, da es ein Spiel auf Augenhöhe war.

 

Abhaken und nach vorne schauen hieß es nun. Der nächste Gegner war Linz.  Die Oberösterreicher hatten auch noch 0 Punkte. Mit einem konzentrierten Spiel wollten wir uns die 2 Punkte holen. Wir gingen relativ schnell in Führung, das nahm uns sehr viel Druck und wir konnten befreit aufspielen. Mitte der zweiten Halbzeit führten wir 5:1, bis zum Ende fingen wir uns noch einen Treffer. Wir gewannen schlussendlich 5:2.

Nun ging es gegen die einzige belgische Mannschaft im Turnier - Hasselt. Sie waren sehr gut ins Turnier gestartet und es wurde, wie wir erwarteten, ein hartes Spiel. Wir lagen zur Halbzeit 0:1 hinten, fingen uns kurz nach der Halbzeit sogar den zweiten Treffer, aber wir blieben konzentriert und schafften es uns zurück zu kämpfen. In der letzten Minute stand es 2:3 für Hasselt, aber wir erzielten noch einen Treffer und konnten uns daher über ein hart erkämpftes Unentschieden freuen. Aus einer sicher geglaubten Niederlage konnten wir noch einen Punkt entführen. Eine super Mannschaftsleistung.

 

Es folgte das Spiel gegen die einzige deutsche Clubmannschaft, neben uns, Kaiserslautern. Wir waren gewarnt, schließlich besiegte Kaiserslautern zu Beginn des Turniers die deutsche Nationalmannschaft. Wir wussten, dass eine fehlerfreie Abwehrleistung von Nöten war, um hier als Sieger vom Feld zu gehen. Kaiserslautern war ein sehr unangenehmer Gegner, sie hatten sehr gefährliche Hoppel-Bälle auf Lager. Zusätzlich waren ihre Würfe so leise, dass man sie erst im letzten Moment hörte, da war Konzentration und Schnelligkeit gefragt. Was folgte war wohl unsere beste Leistung am gesamten Turniertag.

Unsere vorgezogene Abwehr lag wunderbar, Kaiserslautern fand keinen Weg um das „Berliner Bollwerk“ zu überlisten. Aber auch wir fanden lange keine Lücke. Mit einem schnellen Gegenstoß auf die rechte Seite schafften wir es aber schließlich in Führung zu gehen. Ein Tor ist im Torball nichts, deswegen mussten wir weiterhin konzentriert zu Werke gehen. Als in der zweiten Halbzeit uns schließlich das zweite Tor glückte, waren wir ein wenig erleichtert, aber bis zur letzten Sekunde waren wir angespannt. Die Null blieb aber stehen. Mit einer außergewöhnlichen Abwehrleistung haben wir es geschafft diese Partie zu gewinnen. Die Freude über den Sieg war natürlich groß, aber der nächste Gegner stand bereits vor der Tür. Die Schweizer aus Basel.

 

Wie so oft bei Berlin, nach einem Bombenspiel, lassen wir beim nächsten Spiel ein wenig Federn, auch dieses Mal. Basel, welche aus einem Basler Spieler und zwei Spielern von Kirchderne bestanden, bereiteten uns einige Probleme. Selbst schafften wir es aber zu selten die Lücken zu treffen und wer die Tore nicht macht, kassiert sie oder nimmt ein Unentschieden mit. Wir schafften es die Basler nur einmal zu bezwingen und daher stand am Ende ein 1:1. Sehr schade, dass wir es nicht geschafft haben die positive Energie vom Spiel gegen Kaiserslautern mitzunehmen.

Gegen Nizza wollten wir es wieder besser machen. Anfänglich gingen wir auch in Führung, aber wir kassierten auch ein Tor. Wir trafen im Spiel gegen Nizza alles, außer das Tor. Nach dem Schlusspfiff stand daher auf der Anzeigetafel ein 1:1. Nun ist aber gut mit den Unentschieden.

Ein Sieg musste her. Am besten schon im nächsten Spiel gegen  Zürich.

Aus heiterem Himmel gingen unsere Kombinationen wieder auf und wir schafften es bald einige Tore zu erzielen. Zwar konnten die Schweizer noch zwei Tore erzielen, aber unser Sieg war nicht in Gefahr. Am Ende gewannen wir das Spiel 6:2. Erkenntnis des Spiels, Berlin hat das Siegen nicht verlernt!

 

Nun wartete der Turnierfavorit, die deutsche Nationalmannschaft mit namhafter Besetzung. Wir wussten, dass es eine ähnliche Leistung wie gegen Kaiserslautern braucht, um diese Partie zu gewinnen. Der Anfang war auch sehr vielversprechend. Wir gingen mit einem Wurf auf den rechten Schnitt in Führung. Die zahlreichen Zuseher und Zuhörer in der Halle waren darüber natürlich sehr erfreut. Die Nationalmannschaft glich aber durch einen verwandelten Strafwurf aus und sie gaben sich mit diesem Ergebnis nicht zufrieden und wir kassierten noch vor der Halbzeitpause das 1:2. Berlin gibt aber nicht auf und unser Einsatz wurde belohnt, wir schafften den Ausgleich. Nun begann die letzte Minute, in welcher wir ein wenig Pech hatten. Wir fingen uns noch zwei Tore ein, sehr sehr schade. Wir können aber trotzdem zufrieden sein, schließlich haben wir den Turnierfavoriten und späteren Sieger ein ums andere Mal schwer im Bedrängnis gebracht.

 

Als Abschluss unseres Heimturniers gab es nun noch das Duell mit unseren Freunden aus Wien. Obwohl wir schon sehr erschöpft waren, wollten wir unser Turnier mit einem Sieg abschließen. Wir gingen in der ersten Halbzeit 1:0 in Führung, Wien antwortete aber mit einen beinahe unmöglich zu verteidigenden Hoppel-Ball. Halbzeitstand 1:1. Wir stellten unsere Mannschaft ein wenig um und siehe da, wir gingen wieder in Führung. Es folgten einige Minuten, in welcher keines der Teams es schaffte, ein Tor zu erzielen. Wir schafften die Entscheidung schließlich mit zwei schnellen Toren. Wien erzielte in der letzten Minute durch einen Berliner Abwehrfehler noch den Anschlusstreffer, die Partie endete schlussendlich mit 4:2 für uns. Ein versöhnliches Ende unseres Heimturniers.

 

Nun hieß es die anderen Ergebnisse abzuwarten. In der Abschlusstabelle landeten wir auf Platz 4, eine ordentliche Leistung. Ärgerlich ist es, dass wir dieselbe Punktezahl und Tordifferenz wie der Drittplatzierte Kaiserslautern aufwiesen, nur dass Kaiserslautern ein mickriges Tor mehr geschossen hat, als wir und sich daher den 3. Platz schnappte. Äußerst schade, da merkt man wieder wie wichtig jedes Tor ist.

Den ereignisreichen Tag klangen wir bei einem gemütlichen Abendessen mit allen Mannschaften aus, bei dem einen oder anderen Bierchen wurden die Ereignisse des Tages noch einmal Revue passiert.

Vielen Dank an alle teilnehmenden Mannschaften, welche teils weite Reisen auf sich genommen haben um an unserem Turnier teilnehmen zu können. Ein großer Dank gilt natürlich auch dem Organisationsteam und besonders den vielen freiwilligen Helfern, ohne die so ein großes Turnier nicht möglich wäre. Danke und bis in drei Jahren!

 

Abschlussergebnis des Internationalen Torballturniers in Berlin am 22.10.2016:

  1. Deutsche Nationalmannschaft
  2. Wien
  3. Kaiserslautern
  4. Berlin
  5. Hasselt
  6. Bozen
  7. Basel
  8. Nizza
  9. Zürich
  10. Linz

 

Für Berlin spielten: Steffen Lehmann, Steffen Bülth, Heiko Wiese und Christian Mair.

Unterstützt wurden wir von Martina Gerstenberger und Frodo.

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